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Nachtwanderer

Nachtwanderer in Korb schaffen Vertrauen

Nachtwanderer sind:

  • Ansprechpartner für Jugendliche und junge Erwachsene
  • geschulte Ehrenamtliche ab 20 Jahren
  • in kleinen Gruppen in Korb freitags und/oder samstags zwischen 22 Uhr und 1 Uhr nachts unterwegs

Nachtwanderer möchten:

  • Vertrauen aufbauen
  • Hilfe und Unterstützung in verschiedenen Situationen anbieten
  • für respektvolles Miteinander eintreten
  •  Aggressionen und Vandalismus begrenzen
  • das soziale Klima verbessern

Nachtwanderer sind weder Hilfssheriffs noch eine Bürgerwehr!

Pressemitteilung zur Pressekonferenz am 26. Oktober 2012

Die Nachtwanderer suchen Unterstützung – werden Sie Mitwanderer!

  • Sie sind gerne in der Nacht unterwegs?
  • Sie engagieren sich gerne ehrenamtlich?
  • Sie interessieren sich für die Belange der Jugendlichen?
  • Sie wollen gegen Gewalt und Vandalismus aktiv werden?
  • Sie wollen für ein respektvolles Miteinander eintreten?
  • Sie wollen ein Vorbild sein?

Dann werden Sie Nachtwanderer in Korb!

Als ehrenamtlich tätiger Nachwanderer erhalten Sie regelmäßiges, professionelles Coaching und werden kostenlos mit einem kompletten „Nachtwanderer-Dress“ ausgestattet.


Ansprechpartner bei der Gemeindeverwaltung: Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Adalina Agejew, Tel. 9334-11, E-Mail agejew(via)korb.de.

Informationsflyer Vorderseite (PDF)
Informationsflyer Rückseite (PDF)

Mitteilungsblatt-Bericht aus KW 44/2019

Die Korber Nachtwanderer: im Einsatz für ein respektvolles Miteinander der Generationen

Fünf ehrenamtlich tätige Korberinnen und Korber wandern vierzehntägig nächtliche Brennpunkte ab

Bereits seit 2012 gehen die Nachtwanderer alle zwei bis vier Wochen in wechselnder Besetzung immer freitagnachts eine feste Route entlang definierter „Brennpunkte“ ab, um mit Korber Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen. Sie wollen gegen Gewalt und Vandalismus aktiv werden, für ein respektvolles Miteinander eintreten und Vorbild sein. Sie sind aber keine „Hilfspolizei“: Sie geben Tipps und dienen als Ansprechpartner. Ihr Ziel ist es, ein Problembewusstsein für ein mögliches Fehlverhalten bei den Korber Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schaffen und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Ursprünglich ein Konzept aus den skandinavischen Ländern, initiierte das Korber Leitbild das Projekt in Korb gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung, der Polizei und der Volkshochschule. Hauptgrund waren immer wieder Vandalismus und auf dem Seeplatz stattfindende nächtliche Zusammenkünfte, die neben der Ortsjugend auch Jugendliche aus umliegenden Gemeinden anzogen und das subjektive Sicherheitsgefühl der anliegenden Bevölkerung beeinträchtigten. Seitdem die Nachtwanderer unterwegs sind, hat sich die Situation ortsweit nachhaltig gebessert. Von allen Seiten – sei es Bürgerschaft, Gemeinderat, Verwaltung und Jugendliche – werden die fünf Frauen und Männer für ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit gelobt. Tatsächlich sind die Nachtwanderer bei den Jugendlichen seit vielen Jahren gern gesehen, denn sie begegnen ihnen auf Augenhöhe, nehmen sie Ernst.

Die Nachtwanderer – derzeit sind dies Heidi Gröger, Manfred Leichnitz, Walter Schwarz, Dieter Nickel und Moritz Metzger – tauchen also nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf: professionell geschult in Gesprächsführung, Deeskalationstechniken und Streitschlichtung und jederzeit erkennbar an ihren roten Jacken oder T-Shirts mit „Nachtwanderer“-Bestickung, sind sie keine Ordnungshüter, die verunsichern, beobachten, kontrollieren oder gar vertreiben wollen – im Gegenteil: sie wollen mit den Jugendlichen, die abends gerne an verschiedenen Plätzen im Ort „chillen“, ins Gespräch kommen, sie kennenlernen, sich mit ihnen austauschen. Und wenn jemand nicht mit ihnen sprechen möchte, gehen sie einfach weiter. Die schiere Präsenz der Nachtwanderer, ihr niederschwelliges Gesprächsangebot und das mittlerweile verfestigte Wissen, „die wollen uns nichts“, haben stark dazu beigetragen, dass Korb in den früher teils problembehafteten Abendstunden am Wochenende seit nunmehr vielen Jahren ein für alle Generationen angenehmes Pflaster ist.

Wie sind die Korber Nachtwanderer entstanden?

Das aus Skandinavien stammende Konzept der Nachtwanderer beinhaltet die Idee, dass Ehrenamtliche nachts auf Straßen und Plätzen unterwegs sind, um mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich dort aufhalten, ins Gespräch zu kommen und ihnen als Ansprechpartner zu dienen.

Die Nachtwanderer sind keine „Hilfspolizei“. Ihr Ziel ist es, ein Problembewusstsein bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schaffen, auf Missstände aufmerksam zu machen und durch die regelmäßige Anwesenheit eine Form der sozialen Kontrolle zu schaffen und so unter anderem Aggressionen zu bekämpfen und Vandalismus einzudämmen. Auch können die Nachtwanderer, die nie alleine unterwegs sind, Hilfe anbieten und durch ihre Anwesenheit Konflikte lösen.

Es soll nicht das Ziel sein, die jungen Leute aus dem Innenstadtbereich zu vertreiben. Jeder soll für sich entscheiden dürfen, ob er mit den Nachwanderern sprechen möchte oder nicht – eine Entscheidung, die diese dann auch akzeptieren müssen. Nur so lässt sich das Vertrauen aufbauen, das für diese Arbeit unerlässlich ist.

Die Konzeption der Nachtwanderer wurde mittlerweile in mehreren deutschen Städten umgesetzt, so etwa in Öhringen im Hohenlohekreis. Der federführende Nachtwanderer aus Öhringen wurde im März 2012 zu einer Sitzung des Korber Gemeinderats eingeladen, um das Konzept vorzustellen und von seinen Erfahrungen zu berichten. Der Gemeinderat zeigte sich sehr beeindruckt von der Präsentation und war sich einig, dass dieses Projekt auch zu einer Entspannung der Situation am Seeplatz führen kann. So bewilligte er einstimmig die Mittel, die für die Umsetzung des Konzeptes erforderlich waren.

Bei einem Informationsabend im Mai 2012 hatten interessierte Bürger die Gelegenheit, sich über das Korber Nachtwanderer-Konzept zu informieren. Dieses wurde in Kooperation zwischen der Volkshochschule Unteres Remstal, dem Leitbild Korb 2015 und der Gemeinde Korb entwickelt und umfasst auch Schulungen, darunter ein Kommunikationstraining, ein Deeskalationstraining und einen Erste-Hilfe-Kurs für die Nachtwanderer.

Es sind immer drei Nachtwanderer gemeinsam unterwegs, immer in gemischter Besetzung mit Männern und Frauen. Markenzeichen der Nachtwanderer ist ihre rote Jacke mit dem gelben Nachtwanderer-Logo. Die roten Jacken sind als Erkennungszeichen wichtig für die Akzeptanz. Bei der offiziellen Übergabe der Jacken zeigte sich Bürgermeister Jochen Müller sehr optimistisch, dass sich das Konzept in Korb durchsetzen wird. Bei zahlreichen Gesprächen mit Korber Bürgern hat er festgestellt, dass die Nachtwanderer ein Thema in der Gemeinde sind. Auch die Polizei in Waiblingen beobachtet das Projekt interessiert und hat Korb zur Modell-Kommune erklärt.

Die Erfahrungen der ersten Einsätze zeigen, dass die Planungen aufgegangen sind. Auf Ihrer Route, die unter anderem über die Ballspielhalle, das Rathaus und den Seeplatz führt, wurden bereits viele Gespräche, die von gegenseitigem Respekt geprägt waren, geführt.

Besonderer Dank gilt den Sponsoren, die dieses Projekt finanziell oder mit Sachspenden unterstützt haben. Neben der Korber Bank, die die Rechnung für die Nachtwanderer-Jacken übernommen hat, zählen auch die Brunnen-Apotheke, Elektro-Heinrich und die Druckerei Ulrich zu den Unterstützern des Projektes.

Informationen zur Arbeit der Nachtwanderer

In der Sitzung des Gemeinderats im Februar 2013 stellten Rosemarie Budziat und Regina Hauser einen Zwischenbericht zur Arbeit der Nachtwanderer vor. Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.

Zwischenbericht über die Arbeit der Nachtwanderer in Korb (PDF, 1 MB)

Weitere Informationen

Die Nachtwanderer suchen Unterstützung – werden Sie Mitwanderer!

Ansprechpartner bei der Gemeindeverwaltung: Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Adalina Agejew, Tel. 9334-11, E-Mail agejew(via)korb.de